„Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt.“
Diese Liedzeile aus dem bekannten Kirchenlied von Klaus Peter Hertzsch begleitet viele Menschen an Übergängen ihres Lebens. Sie spricht von Abschied und Aufbruch, von Unsicherheit und Hoffnung – und davon, dass Gottes Zusage nicht an vertrauten Orten endet, sondern gerade auf neuen Wegen gilt. Für mich ist der Februar ein solcher Übergangsmonat. Ende dieses Monats endet meine Tätigkeit im Kirchenbezirk Ulm und damit auch meine Zeit als Jugendreferentin in Ulm. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge nehme ich Abschied: dankbar für Begegnungen, gemeinsame Projekte, Gespräche, Musik, Möglichkeiten, Glaubensfragen und all das gelebte Miteinander, das diese Arbeit so wertvoll gemacht hat.
Beruflich wird mein Weg weitergehen – mit mehr Raum für Musik. Musik war für mich immer mehr als ein Beruf oder ein Hobby: Sie ist Ausdruck von Glauben, von Hoffnung und von dem, was sich manchmal nur schwer in Worte fassen lässt – für mich ist sie eine Berufung. Dass ich diesen Weg nun intensiver gehen darf, empfinde ich als Geschenk und als Ruf zugleich. In der Bibel sind Übergänge selten glatt und bequem. Abraham verlässt seine Heimat, die Jünger lassen Netze und Sicherheiten zurück, und auch Jesus selbst ist immer wieder unterwegs. Gemein ist all diesen Geschichten nicht die Gewissheit über das Ziel, sondern das Vertrauen darauf, dass Gott mitgeht. „Vertraut den neuen Wegen“ ist deshalb kein leichtfertiger Appell, sondern eine Einladung, Schritte zu wagen – im Wissen darum, dass wir nicht allein gehen. Ich danke allen, die mir in meiner Zeit im Kirchenbezirk Ulm Vertrauen geschenkt, Zusammenarbeit ermöglicht und Gemeinschaft gelebt haben. Für die kommende Zeit wünsche ich dem Evangelischen Jugendwerk Ulm, allen Mitarbeitenden, Ehrenamtlichen, Kindern, Jugendlichen und Familien Mut zu Veränderung, Freude an Gemeinschaft und das Vertrauen darauf, dass Gott unsere Wege begleitet – die vertrauten wie die neuen.
Herzliche Grüße
Sarah Berger