das Jahr 2025 neigt sich dem Ende und ich schaue dankbar zurück. Für mich war es ein Jahr voller Übergänge, Neuanfänge und großen Erfahrungen. Ich durfte das Evangelische Jugendwerk in Ulm und dessen vielschichtige Arbeitsfelder kennenlernen. Ich durfte das Waldheim Ruhetal in Ulm das Jahr über intensiv begleiten und auf Menschen treffen, die direkt einen Platz in meinem Herzen eingenommen haben. Ich durfte zukünftige Mitarbeitende schulen und begleiten. Ein Übergang hat immer zwei Seiten. Auf der einen Seite ist das „Loslassen“ ein großes Thema. Alte Muster und bekannte Strukturen hinter sich lassen und sich auf eine Ungewissheit einstellen. „Ankommen“ steht auf der anderen Seite und bedeutet eine Möglichkeit des Wachsens. Zwischen beiden Seiten liegt oft kein glatter Weg – aber ein Weg, auf dem Gott mitgeht.
Die Weihnachtsgeschichte ist voller Übergänge. Maria und Josef stehen in einer Zeit, in der vieles ins Wanken gerät. Als der Engel Maria begegnet, erschrickt sie und fragt: „Wie soll das zugehen?“ – ein Moment, in dem Ungewissheit und Vertrauen dicht beieinanderliegen. Auch Josef ringt in seinem Herzen mit der Situation. Bevor Gott zu ihm spricht, überlegt er voller Sorge, wie er handeln soll, und trägt die Spannung zwischen Pflicht, Liebe und Angst.
Trotz ihrer Fragen gehen sie den nächsten Schritt. Der Weg nach Bethlehem wird für beide zu einem Weg des Übergangs: eine beschwerliche Reise, ohne zu wissen, was sie erwartet, ohne Sicherheit, wo sie ankommen werden. Und als sie schließlich in Bethlehem sind, finden sie keinen Raum, keinen Ort, der ihnen zusteht. Ihre Unsicherheit erreicht einen Höhepunkt – und doch geschieht gerade dort, im Provisorischen, im Unfertigen, das Wunder der Geburt.
In all dem zeigt sich:
Übergänge sind selten klar und oft unsicher. Aber Gott ist in ihnen gegenwärtig. Er führt nicht immer auf vertrauten Wegen, aber er begleitet – im Fragen, im Aufbrechen, im Ankommen. So wird die Geschichte von Maria und Josef zu einem Bild für jeden Übergang im Leben: Wir müssen nicht alles wissen. Wir dürfen einfach den nächsten Schritt gehen. Und Gott geht mit.
Wir dürfen also in das neue Jahr gehen, ohne genau zu wissen was auf uns zukommt. Wir können das Licht von dem weihnachtlichen Wunder, ein Kind in der Krippe, den Messias mitnehmen und hoffen.
Auch ich bin sehr schnell wieder in einer Übergangssituation gelandet. Ende Februar erwarte ich ein Kind und werde ab Anfang Januar im Mutterschutz sein. Ich nehme das Licht der Menschen und der Arbeit mit ins neue Jahr. Ich bedanke mich für alles aus vollem Herzen und wünsche eine gesegnete Weihnachtszeit, einen guten Rutsch ins neue Jahr und alles, alles Liebe für die Zukunft.
Herzlichste Grüße
Jessica Neuer