Wir müssen reden! Einmischen erwünscht!

„Fake Paradise“ & „Bring Bewegung in deine Stadt“

Zwei Veranstaltungen unserer Reihe liegen hinter uns. In unserem ersten Bericht wollen wir ehrlich drauf schauen, reflektieren und unsere Meinung kundtun. Ja, es hätte mehr sein können! Mehr? Mehr Publikum, in beiden Fällen. Trotz vielen Flyern, Werbekooperationen, 3 Jugendclubs aus Ulm, Zusammenarbeit mit dem SJR und Vielfalt leben in Ulm, es hätte mehr sein können. Warum so wenig Resonanz? Das ist die Frage mit der wir uns weiterhin beschäftigen werden. War die Sache also umsonst? Auf gar keinen Fall.

„Fake Paradise“ – die Aussagen kamen klar und deutlich!

Wie leicht waren wir mit drin, im Thema Mobbing. Für möglichst viele Likes hat sich der Lehrerkollege was Besonderes einfallen lassen. Wir spielen der Kollegin, die Neue an der Schule, an ihrem ersten Schultag einen Streich. Sie weiß nichts. Für einen Teil der Schüler bzw. dem Publikum ist sie Luft und gar nicht da. Ein anderer Teil verunsichert die Lehrerin mit gezielten Fragen und am Ende rutscht ihr ein Satz raus, der eine Schülerin zur Weißglut treibt. Was mit uns als Publikum spielerisch begann, wurde hinterher ziemlich verfahren, einseitig und übervoll mit Klischees durchtränkt. Dachten ich am Anfang noch: „Klar, machen wir mit. Ist alles nur gespielt!“ Merke ich mittendrin, wie ich Teil dieses Mobbings werde, da war’s aber schon zu spät. Schon verfangen.

Da zu sitzen und dir ein Stück anzusehen, in dem man alles so hinbiegen kann, damit man im „sozialen“ Netz möglichst gut ankommt und zu verstehen, wie ich an manchen Stellen genau dasselbe mache, berührt mich. Ich bin ein Teil dieser Geschichte und mir muss bewusst sein, wie schnell ich mich darin verlieren kann. Wie schnell Informationen und Nachrichten falsch gedeutet werden. Wie schnell ich doch wieder in Schubladen denke. Das Theaterstück mit den vier Schauspielerinnen und Schauspielern hat mich mitgenommen und aufmerksam gemacht. Das Stück sollte gesehen werden, ob mit fünf, zehn, oder 100 Menschen. 

„Bring Bewegung in deine Stadt“ – Kommunalwahl ganz persönlich

Unter diesem Motto stand der zweite Termin. Es war spannend zuzuhören, mehrere Personen aus unterschiedlichen Parteien und Gruppe in einem Raum zu haben. Zu erfahren, dass an vielen Stelle bereits an einem Strang gezogen wird. Ehrenamtliche Politiker persönlich kennenzulernen. Weg von einstudierten Wahlprogrammen hin zu persönlichen Gesprächen im Speed-Dating-Prinzip. Darunter auch ein paar Jugendliche die ihre Fragen loswerden. Sehr ehrlich und direkt. Sympathie entwickeln, Meinung abgleichen. Meinungen bilden. Mit Methoden, die auch für junge Menschen interessant und nachvollziehbar sind. Das ist, wie ich finde, gelungen. Zwar mit wenigen Menschen, dafür umso persönlicher, näher und direkter. Fazit der Kandidaten: „Starke Idee, macht weiter so.“ „Warum nicht öfter, auch wenn keine Wahlen sind“, fragen wir uns. Warum diese Aktion nicht auch außerhalb von Wahlkampfperioden? Diesen Impuls nehmen wir natürlich gerne mit und denken weiter.

Herzliche Einladung zu ‚Was juckt mich Europa‘, am 11.05.2019 um 15 Uhr im Club Schilli. Ein Thema das glaube ich für uns alle wichtig ist. Ob Kommunalpolitiker, Jugendlicher oder Erwachsener. Bist du dabei?

Veranstaltungen und Termine

Aktuelle Veranstaltungen und Termine im JAM findest du unter „Veranstaltungen„…