Beim Juleica-Kurs in den Osterferien wurden in Kooperation mit dem Evangelischen Jugendwerk Blaubeuren 35 Jugendliche für die Mitarbeit in der Kinder- und Jugendarbeit ausgebildet. Der folgende Text stammt von Alexander Oral aus dem Abschlussgottesdienst und beschreibt eindrücklich, was diese gemeinsame Zeit bei den Teilnehmenden bewegt hat.
Es ist soweit:
Die Woche geht vorüber. In wenigen Stunden verabschieden wir uns und kehren in ein altes Leben zurück, in dem wir Geschwister, Freunde oder Schüler:innen sind. Alles wird so sein, wie es war:
Das eigene Zimmer unberührt; Decke, Hefte und Wäschekorb – alles liegt noch da, wie in der Erinnerung an die Abfahrt. Freund:innen erzählt man, was passiert ist, den Eltern auch – zumindest ein bisschen. Und zwischen der einen Mahlzeit und dem nächsten Gespräch herrscht eine Stille, die plötzlich ganz anders ist: Man hat sich verändert. Zwischen Spiel, Spaß und Langeweile wuchs ein Gedanke, eine Haltung heran:
Wir werden Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen. Wir werden planen, organisieren und auf das Wohl junger Menschen achten. Wir werden koordinieren und uns auch mal zum Affen machen, selbst wenn der Schlafmangel richtig kickt. Man vertraut darauf, dass wir das können, dass wir wissen, wie es geht und verstehen, wann was wichtig ist – und das Wissen und die Werkzeuge dafür wurden uns hier in die Hände gelegt. Wir werden über uns hinauswachsen, wie wir es bereits getan haben. Wir werden Fehler machen, daraus lernen, um Hilfe fragen und uns auf andere verlassen. Wir werden Menschen begegnen, Ansprechperson sein und Krisen meistern. Wir werden „die Erwachsenen“ sein, wenn Jüngere nicht mehr weiterwissen – und wir werden dieser Rolle gerecht werden. Bei Schulprojekten und Geburtstagsplanungen, Tagestrips und Familienfeiern – egal, was wir als Nächstes tun: Wir werden besser damit umgehen können, und darauf darf man stolz sein.Wenn wir heute wieder zu Hause ankommen, unsere Taschen auspacken und die Erschöpfung sich langsam bemerkbar macht, wird es aussehen, als wäre alles unverändert. Aber wir werden ein Stück anders sein. Es ist okay. Und es ist wunderschön. :)